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XXL-Golf: Wie (ein) Möbel dank Piraten zu Kunst wird

Es gibt so Tage in der (Wolfsburger) Kommunalpolitik die Spaß bringen.

Tage an denen, die endlosen Diskussionen, Missverständnisse und Kämpfe sich auszahlen. Gestern war so ein Tag. Gestern wurde – vier Monate nach Antragstellung – endlich unser Antrag zur Umgestaltung der Golf-„Skulptur“ in den Kulturausschuss eingebracht.

Zur Erinnerung: In unserem Antrag haben wir die Verwaltung dazu aufgefordert, ein Konzept zu entwicklen die riesige weiße Nachbildung des Golfes an der Braunschweiger Straße in ein neues Gewand zu kleiden. Als wir den Antrag entwickelt haben, hatten wir unterschiedliche Bilder zur Umsetzung im Kopf: Wolfsburger Sprayer nehmen sich das Stadtmöbel vor, um Graffitis als eine Form des künstlerischen Ausdrucks endlich mehr ins Stadtbild zu integrieren. Oder Kindergartengruppen könnten Hand legen, immerhin funktioniert Wolfsburg in Sachen Familienpolitik- und freundlichkeit vorbildlich. Warum soll nicht der Kunst-Leistungskurs eines Abiturjahrgangs dem Möbel zu mehr Frische, Bedeutung und Aktualität verhelfen? Schließlich rühmt sich die Stadt zu recht als Bildungsstadt. Auch eine Kooperation mit dem Kunstmuseum wäre denkbar. Warum sollte der Golf nicht in Anlehnung an Betsabee Romeros mit Rosen verziertes und gefülltes Auto eine Brücke zur aktuellen Ausstellung „Dark Mirrors“ des Wolfsburger Kunstmuseums schlagen und gleichzeitig stellvertretend für die Bedeutung des Automobils in dieser Stadt gelten? Es ist so vieles möglich und seien wir ehrlich: Ist nicht jede Idee schöner anzuschauen als dieser riesige weiße Golf? Noch was, an alle „nay-sayer“ und Kritiker: Uns geht es nicht darum, dass einfach jeder, der an der „Skulptur“ vorbeigeht seine Telefonnummer dort unterbringen kann oder einen selbstgemalten Smiley hinterlässt! Es geht uns nicht um Vandalismus, sondern –  ganz im Gegenteil – um Kunst im offenen Raum, Beteiligung und Bildung . Ich denke das haben wir oft genug betont und auch unsere Anfrage aus der letzten Ratssitzung hat gezeigt, dass wir die „Beschmutzung“ des Golfes in Zukunft verhindern und nicht fördern wollen.
Uns war und ist wichtig, dass in alle Richtungen gedacht und ein niedrigschwelliges Angebot erarbeitet wird, dass“große“ und „kleine“ Kunst und Künstler miteinbezogen werden und aktiv werden dürfen. Denn letztlich möchte Wolfsburg doch auch ein Vorbild in punkto Bürgerbeteiligung werden und warum sollte Mitwirkung nicht bunt sein und Spaß machen dürfen?

Zurück zum Anfnag, also zu den guten und erfolgreichen Tagen unserer Arbeit. Dank der Überzeugungsarbeit von Svante, aber auch der Offenheit der PUG, insbesondere von Sandra Straube (und auch die CDU hat nicht mit Abneigung reagiert) im gestrigen Fachausschuss, wird die Verwaltung nun die Zustimmung von VW einholen, die ja einerseits Urheber und anderseits Schenker des weißen Golfes sind Und uns diese Suppe eingebrockt haben ;). Und sobald diese vorliegt, wird die Stadt – unserem Antrag folgend  – ein Konzept entwickeln wie der Versuch aus einem Möbel ein Kunstwerk zu machen praktisch umgesetzt werden könnte. Wir sind gespannt und froh!

Danke im Übrigen auch an die WAZ, die das Thema und damit unseren Antrag konsequent verfolgt und darüber berichtet. Alle Artikel zum Thema könnt ihr hier einsehen!

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