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Verwaltungsausschuss

14.03.2012 Bildungscampus, Schulausschuss, Verwaltungsausschuss,

Ein prall gefüllter Nachmittag, an dem es von Termin zu Termin geht.

Heute habe ich mich mal verspätet!
Ich werde nicht detailliert berichten, sondern eher- meine Meinung – darstellen.
Zunächst einmal muss gesagt werden, dass bezüglich der Bezeichnungen „Bildungslandschaft“ und „Bildungscampus“ dringend eine eindeutige begriffliche Zuordnung vorzunehmen ist.
Ich favorisiere hier eindeutig „Bildungslandschaft“ als eine intelligente Vernetzung von über das ganze Wolfsburger Stadtgebiet verteilte Bildungsorte zu definieren und „Bildungscampus“, wenn es denn überhaupt beim Wort „Campus“ bleiben soll/muss, als ein bestimmtes (wahrscheinlich am Klieversberg liegendes) Gebiet, auf dem sich „Bildungshäuser“ befinden.
Jetzt zum Alvar Aalto Kulturhaus und einem wie auch immer gearteten Neubau.
So sehr allen (?) das Alvar Aalto Kulturhaus am Herzen liegt, so wichtig ist es aber auch gleichzeitig, sich der Zukunft nicht zu verschließen. In Zeiten, in denen der technische Fortschritt rasant voranschreitet, Informationen immer schneller verbreitet werden und zugänglich sind, Nachschlagewerke aller Art in Buchform schnell an Aktualität verlieren, in Schulen herkömmliche Tafeln durch Smartboards ersetzt werden, Laptopklassen eingerichtet werden/wurden muss auch eine Bibliothek den neuesten Erkenntnissen und Erfordernissen – auch in der Lern- und Gehirnforschung – gerecht werden, wenn sie zukunftsweisend sein will. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dürfen nicht durch Technikfeindlichkeit ausgegrenzt und schlichtweg „vergessen“, auch wenn derzeit mehr ältere als jüngere Menschen in der Stadt wohnen, so haben wir es doch immerhin mit 22888 Einwohnern bis 25 Jahre, davon 13035 zwischen 6 und 17 Jahren, zu tun. Diese sind, abzüglich derer, die mit erreichtem Abitur mangels geisteswissenschaftlicher und anderer Studienangebote abwandern, unsere Zukunft. Daher darf sich die Politik nicht erlauben, deren Bedürfnisse zu vernachlässigen, es handelt sich hier ja schließlich auch um (zukünftige) Wähler. Wenn Wolfsburg außerdem die sogenannten „bildungsfernen“ Schichten an Bildung teilhaben lassen und integrieren will, so müssen auch die Schwellen zu Bildungsorten niedriger werden.
Auch die Idee, eine Art Bildungshaus zu bauen, in dem beispielsweise eine Volkshochschule und eine Bibliothek verortet werden, ist grundsätzlich eine gute! Erinnert man sich an das Kulturzentrum, so begann dieses auch als „Zusammenspiel“ von VHS und Bibliothek. Nun ist dieses Gebäude „in die Jahre“ gekommen, selbst das Bibliothekspersonal klagt über Platzmangel, es ist also Zeit, neu zu denken! Dieses Denken sollte aber nicht allein Verwaltung und Politik überlassen werden, sondern muss den Bürger, auf welche Art auch immer, aktiv einbeziehen – und sei es durch einen Ideenwettbewerb auch für Schulen!
Und es darf nicht ein entweder – oder geben zwischen Alvar Aalto Kulturhaus und einem Neubau, sondern es muss ein konsensfähiger Kompromiss gefunden werden! Denkt man jetzt weiter, heißt dies, dass wiederum ein Konsens erreicht werden muss zu einer sinnvollen und den Erwartungen und Bedürfnissen der (älteren) Bürger entsprechenden „Nachnutzung“ des Alvar Aalto Kulturhauses. Dies ist ein äußerst sensibles Thema und sollte dementsprechend sensibel und nicht unter Zeitdruck angegangen werden! Es gibt noch zwei weitere bedenkenswerte Aspekte, nämlich, dass dem Bürger klar sein muss, dass hier nicht etwas nur für die Neue Schule gedacht wird und dass es auf keinen Fall, sollte es zu einem Neubau kommen, keinen Fall so viele Pannen und Folgekosten wie beim Phaeno geben darf!
Zu einer modernen, fortschrittlichen, familienfreundlichen Wohlfühlstadt im Grünen gehört auch ein modernes, fortschrittliches, familienfreundliches Wohlfühl-Bildungshaus (im Grünen).
Zu Selbstlernzentren, die ich als Lehrer mit 30 Jahren Berufserfahrung sehr kritisch betrachte und gezielt hinterfrage, äußere ich mich hier erst einmal nicht, das würde zu sehr ausufern und mir fehlen hier eindeutig noch zu viele Informationen, um eine dezidierte Stellungnahme abgeben zu können.
Zur Schulausschuss-/Ortsrat-Sitzung mit nur einem Tagesordnungspunkt nur kurz: Es war ja wohl klar, dass niemand dagegen stimmen würde, das Außengelände der GS Ehmen neu zu gestalten. Es war absolut unnötig, hierzu noch ausführlich zu erinnern, zu kommentieren und vorab bekanntzugeben, dass dafür gestimmt würde.
Zum Verwaltungsausschuss sei hier gesagt, dass m.E. grundsätzlich unterschieden werden muss zwischen der Außenwirkung von Sitzungsteilnehmern und der Benutzung neuer Medien während einer Sitzung!
Würden wir Ratssitzungen live streamen, wie es u.a. in Köln, Konstanz, Zwickau, Weimar, Jena, Gera, Kiel, Konstanz, Hamburg und inzwischen auch in Braunschweig und Helmstedt
praktiziert wird, bräuchte man nicht die Abstimmungsergebnisse mit dem eigenen Laptop zu veröffentlichen.
Würden endlich alle auf die so beliebte Papierform verzichten und die Vorlagen, Kenntnisgaben, Berichte … am Laptop, Netbook … aufrufen, würden Berge von Papier / Umschlägen und somit auch Geld gespart werden – man beachte allein den Berg Altpapier nach Sitzungsende!
Fraktionsübergreifend werden ja durchaus (leider auch laut klingelnde) Handys, Smartphones usw. benutzt, zum Problem scheint das für einige aber erst zu werden, seit über diese Medien politische Inhalte veröffentlicht werden anstatt sich die Zeit mit Sudoku zu vertreiben.
Nun zur Außenwirkung, das ist ein wesentlich komplexeres Thema:
Wenn Zuschauer nach Ratssitzungen mangelnde Aufmerksamkeit von Sitzungsteilnehmern beanstanden, so muss diese Kritik erst einmal wesentlich transparenter vermittelt werden, damit nachvollziehbar ist, was eigentlich genau kritisiert wurde, damit reagiert werden kann!
Wen genau haben die Zuschauer denn im Blick, wenn sie im Ratssitzungssaal auf der Tribüne sitzen und wen genau trifft denn nun welche Kritik?
Zur Außenwirkung sei auch einmal darauf hingewiesen, dass Psychologen davon ausgehen, dass es nur 30 Sekunden dauert, bis das Bild vom Gegenüber entstanden ist. Und das ist oft nur schwer zu revidieren. Grund genug, sich auch Gedanken zum eigenen Erscheinungsbild zu machen.
Es ist sicherlich auch nicht förderlich für die Außenwirkung, wenn man während einer Sitzung knisternd einen Schokoriegel auspackt und diesen genüsslich verspeist, sich ungehemmt mit dem Nachbarn unterhält, wenn jemand an alle spricht oder nicht in der Lage ist, sein Handy stumm oder gar auszuschalten.
Äußerst interessant ist es auch, wenn sich Menschen im Ratssitzungssaal befinden, die von den Lippen lesen können…
So gelangt man wieder zum leidigen Thema Geschäftsordnung…. siehe meinen Eintrag vom 05.03.
Sollte der Gebrauch elektronischer Medien in Ratssitzungen wirklich per GO verboten werden, ruft das nur noch mehr Unverständnis und Unwillen beim Bürger hervor.

Piri

22.11.2011 Verwaltungsausschuss

Ich war relativ früh am Rathaus und wurde schon vor der Tür von Frau Jahns gegrüßt.
Gemeinsam warteten wir vor dem Sitzungszimmer, dessen Türen erstaunlicherweise noch nicht geöffnet waren. Dann traf Herr Momberg von der Verwaltung ein und bereitete die Sitzung vor.
Es folgten erst einmal nur Frauen: Frau Glosemeyer und Frau Straube. Als nächster traf Herr Schnellecke ein. Nach Betreten des Raumes stellte ich zunächst einmal fest, dass im Verwaltungsausschuss die Sitzordnung festgelegt wird. Es ist übrigens üblich, sich per Handschlag zu begrüßen!

Schließlich eröffnete Herr Schnellecke die Sitzung und dann ging es wie immer unglaublich schnell, TOP für TOP wurde kurz vorgetragen, dann „abgehakt“. Ich habe mich bemüht, so abzustimmen, wie wir es in der Fraktionssitzung beschlossen haben, bin mir aber nicht sicher, ob das immer so angekommen ist. Das nächste Mal werde ich gelassener sein und um „Entschleunigung“ bitten.
Gelegentlich wird mal etwas nachgefragt bzw. kommentiert, aber fast alles wird ohne Hinterfragen oder Kritik kommentarlos hingenommen und abgenickt. Ich vermisse nach wie vor Debatten /Dispute /Diskussionen und frage mich, wo die nun eigentlich stattfinden.

Es gab auch einige TOP-Änderungen: Die TOPe 6,11 und 13 wurden abgesetzt, es kamen welche hinzu und ich musste feststellen, nicht alle Anträge dabeizuhaben. Darauf muss ich in Zukunft achten, da man nie weiß, welche Anträge „zur Sprache kommen“ werden. Unsere 13 Fragen zu einer Eilentscheidung hatte ich in der berühmten „Papierform“ für alle dabei. Dazu wurde ich während der Sitzung – was für ein Rechercheaufwand – und im Anschluss von Herrn Borcherding angesprochen und zum „Dialog“ mit der Verwaltung „aufgefordert“, „eingeladen“, „ermutigt“, ich finde nicht das wirklich treffende „Verb“.

Gleichzeitig wurde mir die offensichtlich unumstößliche Meinung der Verwaltung zu unseren Fragen mitgeteilt. Auch bedürften unsere Fragen einer aufwendigen Recherche, was auch schon in der Sitzung betont wurde. Aber wir stellen unsere Fragen ja nicht ohne Grund – wir wollen diese Entscheidungen / Meinungen ja schließlich nachvollziehen oder vielleicht sogar verstehen können. Alle weiteren Fragen, die sich aus und zu der Sitzung ergeben haben, werde ich Dr. Baedermann in einem persönlichen Gespräch stellen, um das ich gebeten habe.
Piri